SdGcK: 26. Bei der Übung der Kampfkunst achtet man auf drei Dinge 習武有三,貴貴博貴精尤貴通

26.03.2020

Bei der Übung der Kampfkunst gibt es drei Dinge, die man achten und respektieren sollte, nämlich bo (博), jing (精) und tong (通). Dabei ist tong am Bedeutendsten.

Es gibt zwei Arten von Leuten, welche Kampfkunst üben.

Der eine Typ glaubt, dass die eigene Kampfkunst und der eigene Stil der Beste ist und hegt keinerlei Zweifel. Es schaut sich keine anderen Kampfkünste an und hat an ihnen kein Interesse; er beschäftigt sich ganz und ausschließlich mit seinem Training.

Diese Art von Mensch wird die Tiefen der Kampfkunst bestimmt nicht ergründen können; er ist wie ein Frosch, der im Brunnen sitzt.

Der andere Typ hat ein Interesse an allerlei Kampfkünsten und Stilen. Er beginnt bei vielen Lehrern mit dem Unterricht, setzt ihn jedoch nicht lange fort; die Inhalte seines Übens verändern sich immer wieder.

Das Wissen dieser Art von Mensch ist zwar breit, jedoch nicht tief und ohne Besonderheiten; es ist alles nur Gewöhnliches.

Für beide Arten von Leuten ist es schwer, die Kampfkunst wirklich zu ergründen.

Wichtig sind bo (博), jing (精) und tong (通).

Bo bedeutet eine umfassende Gelehrsamkeit.

Man darf sich nicht nur auf eine einzige Sache beschränken, sondern muss mit so vielen Kampfkünsten und Stilen wie möglich in Berührung kommen und die guten Dingen in einer positiven Weise absorbieren.

Wie es schon beim ersten Spruch "Faust des Südens, Bein des Nordens" erläutert wurde, gibt es unterschiedliche Stile mit unterschiedlichen Spezifika; und bei Erklärung zu den "18 Arten der Kampfkunst" (Spruch 24) wurde gezeigt, dass verschiedene Waffen ihre jeweiligen Vorzüge besitzen. Möglichst viel davon aufzunehmen bedeutet, das eigene Repertoire an Techniken zu erweitern.

Jing (精) bedeutet intensive Auseinandersetzung.

Es meint, sich mit einer Sache so gründlich wie möglich zu beschäftigen. Es gilt, den Stil auf den man sich spezialisiert hat, systematisch und umfassend bis ins Letzte zu ergründen.

Aufgrund von jing als Grundlage wird auch bo hervorgebracht; ohne Intensität und Tiefe gibt es keine Weite; in diesem Fall wäre man wie ein Wasserpflanze ohne Stängel, welche nur an der Oberfläche herumgetrieben wird.

Am Bedeutendsten ist schließlich tong (通), das Ergreifen der inneren Essenz. Man könnte auch von satori bzw. Erleuchtung sprechen. Auf der Grundlage von bo und jing erreicht man die innere Essenz der eigenen Kampfkunst.

Tong kann man daher auch als höchstes Stadium der Kampfkunst bezeichnen.